jeudi 21 février 2013

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Unter drei Augen - Sous un triple œil

, Alexander Kluge

« Das moralische Gesetz in mir
und der gestirnte Himmel über mir »
Aus Suslows Schulungsheft

“ La loi morale en moi
et le ciel étoilé au-dessus de moi ”
Extrait du fascicule de formation de Souslov

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Unter drei Augen*

« Das moralische Gesetz in mir
und der gestirnte Himmel über mir »
Aus Suslows Schulungsheft

Jede Nacht sah A.I. Suslow, Raketentelemetriespezialist, in der Bunkeranlage « in meinem Herzen die zwei Augen meines langjährigen Gönners und Ausbilders Davidow », dem er zugetan war und dessen Vorschriften er, dem geplanten Soll an Wachsamkeit nach, gern noch übertroffen hätte. Diese « Augen » waren aber bereits als Präzisionskammern ausgestaltet und ließen den inneren Anliegen A.I. Suslows keinen Raum, so daß Suslow nicht einmal einen Moment vor sich hinträumen durfte, auch Blitzangriffe überhöhter Wachsamkeit zu unterlassen hatte, wie einer sie unternimmt, um den Übermut zu kühlen. Er hatte die seinen Wachaugen untergeordneten Präzisionsorgane und -instrumentarien sogleich durcheinander­gebracht. In ihm aber, « unterhalb des moralischen Weckers in mir », neigten alle wirklichen Organe seiner Wachheit zum Schlaf oder zur Ausscheidung, und so ging jede Reserve, die der Leistungssteigerung hätte dienen können, ohnehin in die Aufpaßreserve dieser inneren Augen, die sich zu einem permanent rasselnden Wecker entwickelten, den er wiederum nicht recht lieben konnte, einem Wecker, der ihn zu gleichmäßiger Auf­merk­sam­keits­ver­teilung, also geplanter Haltung, anhielt. Hätte er die Restkräfte, die er innerhalb seiner Aufgabe verwaltete, anders eingesetzt, nämlich nicht als Nachhut (Aufsammler der Nachzügler), sondern als leistungsstärkende Vorhut, z.B. hätte er die Pausen zu Lernzwecken genutzt, wäre ein Rackelkurs entstanden, der für das Wachprogramm der ihm anvertrauten Raketenstellung unerträglich gewesen wäre. Er konnte ja eine Rakete nicht z.B. abschießen und wieder zurückholen. Insofern war alles, was die zwei Augen des Ausbilders in ihm weckten, zum Programm geworden.

Über sich aber in der Höhe des Nachthimmels, wußte dieser Agent das Einauge des Feindes, ein Satellitenauge, das in geostationärer Bahn sein Tun und Lassen oder vielmehr dasjenige seiner verlängerten Sinne und Organe : des Silos, überwachte, der « ständige Wecker über mir ». In einem Ernstfall mußte dieses dritte Auge aus seiner Bahn herunterstürzen, um den Ausschnitt des Silos in detailreicherem Maßstab zu überblicken, großes Auge werden, wie das von Suslows Großmutter sich vergrößert hatte, kurz ehe sie starb. « Als wollte sie ihn in ihr Auge nehmen. » Das Geschwür in der rechten Kopfseite drückte das Auge aus der Höhle heraus. Das Auge wird mich holen, dachte Suslow. Diese einzige Bewegung, die von Suslows drittem Auge, dem Aufpasser im Sternenzelt, auch schon Vertrauter geworden, eines Tages ausgehen würde, wäre das Zeichen, das Silo in Betrieb zu setzen, wenn alle übrigen Zeichen ausfielen. Er hatte Befehl, spätestens bei Sturz des « Auges » seine Rakete in Bewegung zu setzen.

Die unmittelbaren Augen, über die Suslow in seinem Vorderkopf verfügte, er verge­wis­serte sich gelegentlich, daß sie noch da wären, waren dagegen verlängerte Organe der Instrumente seines Labors, sozusagen untergeordnete Ruder, im Status wie « einfache Bevölkerung, werktätige Massen », also eher eine leitende Idee, Programmidee, andererseits Hilfskräfte, die er mit Unterstützung der drei imperativen Oberaugen in Schach zu halten, an der Herstellung von Trugbildern oder auch realistischen Einblicken zu hindern hatte.

Das Innere dieses Gefechtsstandes, das die Baubehörden hellgrau ausgestaltet hatten, sollte nach den Planungen später einmal in ein feines Grün oder stilles Gelb getüncht werden. Die Böden bestanden aus Gummi, die Toiletten waren auf federnden Unterlagen und ohne Bodenhaftung aufgehängt. Diese Dämpfungen entsprachen der Annahme, daß es im Ernstfall nicht etwa der Raketenschlag des Gegners, sondern schon die Aktivität der benachbarten zweiten Startrampe wäre, die dieses Quartier so durchschütteln würde, daß gar nicht feststand, ob aus der zerrütteten Plattform noch ein Präzisionsschuß abgefeuert werden könnte. War dagegen Suslows Schuß der erste, so verlagerte sich das Problem, es wurde eines der Nachbarstellungen. Vertrauten beide Stellungen ihr Geschoß gleichzeitig dem Weltraum an, so erschütterten sie wechselseitig die Ziel­ein­richtungen. Insofern bediente Suslow eine Kanone, die nur einmal schoß, und es war fraglich, ob dieser Ansatz etwas Praktisches betraf.

Unter den drei Augen, zu den nächtlich erleuchteten Instrumenten spähend, drückte der erfahrene Suslow (aber Erfahrung ist nichts Praktisches, ernstfallstechnisch äußert sie sich nicht, sondern nur hypothetisch, Schätze an Wachsamkeit häufend) seine Eindrücke so aus : Bei korrekter, nämlich klassenbewußter Messung, die Klasse dadurch bestimmt, daß ich nur mit der Erde gemeinsam eine Klasse bilde, wird sich zeigen, daß der Äquator so wenig wie der Pol für Interkontinentalraketen eine Rundung ergibt. Vielmehr begegnet meine Rakete der anderen, so daß es sich im Ergebnis so verhält, als hätte ich auf mich selbst geschossen. Ich könnte es so sehen, daß sie eine halbe Runde fliegt und an­schließend zu mir zurückkehrt. Das gleiche gilt für die drüben. Treffsicher waren die Raketen aber vermutlich nicht [1].

In dieser Hinsicht fühlte Suslow Gewißheit, daß die dreiäugige Wache, für die er sich nach wie vor abmühte, weil ihm das vertraut war, das Durch­ein­ander des Ernstfalls nicht abmildern konnte. Die drei Augen konnten aber nicht sehen, was Suslow sich dachte. Was er dachte, wäre zumindest dem Ausbilder nicht recht gewesen und hätte das Einauge oben mit falscher Hoffnung erfüllt, daß nämlich Suslow sein technisches Tun im Vertrauen auf die wache Einsicht ausrichte. Folge leistet er im Ernst nur dem Vertrauten (« dem gestirnten Wecker über mir und den rasselnden Augen in mir », während die Einsichten den Gebeten der Großmutter entsprechen. Sie werden nicht erhört, sie bilden keine Aussicht.

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Nachweis

UNTER DREI AUGEN. Nach den ABM-Verträgen zwischen der UDSSR und den USA darf jede der beiden Atommächte nur entweder ihre Hauptstadt oder ihre Raketensilos durch Abwehrraketen schützen. Das System mindert die Erstschlagskapazität. Da die Sowjetunion ihre Hauptstadt schützte, ist der Raketenbunker von A.I. Suslow ungeschützt. Ein US-Satellit hält die Anlage unter Beobachtung ; insofern ist dieser Satellit in seiner geostationären Umlaufbahn das 3. AUGE, das Suslows Verhalten mitbestimmt. Im Ernstfall würde dieser Satellit in eine erdnähere Umlaufbahn stürzen und die letzten Daten für die Beschießung von Suslows Bunker liefern.

Abb. : Der gestirnte Himmel über mir. « Vielleicht bilden sich darum noch einige Kugeln des Planetensystems aus, um nach vollendetem Ablauf der Zeit, die unserem Aufenthalte allhier vorgeschrieben ist, uns in anderen Himmeln neue Wohnplätze zu bereiten. » Immanuel Kant, Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels.

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Sous un triple œil*

“ La loi morale en moi
et le ciel étoilé au-dessus de moi ”
Extrait du fascicule de formation de Souslov

Chaque nuit, A. I. Souslov, spécialiste de télémétrie des fusées, voyait dans son block­haus « en moi les deux yeux de mon bienfaiteur et formateur de longue date » Davidov, auquel il était dévoué, désireux de surpasser ses prescriptions en matière de norme de vigilance planifiée. Mais celles-ci étaient d’ores et déjà agencées en chambres de précision et ne laissaient aucune place aux exigences intérieures d’A. I. Souslov, de sorte qu’il n’était même pas permis à Souslov de rêvasser un instant, de même qu’il devait s’abstenir d’un de ces raids éclairs de vigilance exaltée qu’on lance pour apaiser son exubérance, sous peine de mettre aussitôt sens dessus dessous les organes et appareillages de pré­cision. Mais en lui, « au-dessous du réveil moral en moi », tous les organes effectifs de sa veille inclinaient au sommeil ou à l’exsudation, de sorte que chaque réserve susceptible d’accroître le rendement passait de toute façon dans la réserve de guet de ces yeux internes, devenus un réveil au cliquetis permanent qu’il ne pouvait derechef aimer véritablement, réveil qui l’exhortait à une répartition uniforme de son attention, donc un comportement planifié. S’il avait engagé différemment les forces résiduelles qu’il gérait dans les limites de sa mission, à savoir non pas en arrière-garde (ramassage des traînards), mais en avant-garde stimulatrice du rendement, s’il avait p. ex. utilisé les pauses aux fins d’apprentissage, il en serait résulté une navette brinquebalante, insup­por­table pour le site de missiles qui lui avait été confié. Il était hors de question qu’il lance p. ex. une fusée pour la rappeler derechef. Ainsi, tout ce que les deux yeux du formateur éveillaient en lui s’était mué en programme.

Mais au-dessus de lui, dans les hauteurs du ciel nocturne, cet agent savait la présence de l’ennemi monoculaire, œil de satellite dont l’orbite géostationnaire surveillait en « perpétuel réveil au-dessus de moi » son faire et son laisser-faire, ou plutôt celui de ses sens ou organes prolongés : le silo. En cas de crise majeure, ce troisième œil devait choir de son orbite pour mieux superviser le secteur du silo à moindre échelle, avec force détails, devenir grand œil, tel l’œil de la grand-mère de Souslov, qui s’était agrandi juste avant qu’elle ne meure, « comme si elle voulait le prendre dans son œil ». La tumeur du côté droit de la tête faisait saillir l’œil de l’orbite. Il viendra me chercher, pensait Souslov. Ce seul mouvement qui émanerait un jour du troisième œil, guetteur sous le chapiteau étoilé, d’ores et déjà confident de Souslov, serait le signal de la mise en service du silo en cas de carence de tous les autres signaux. Au plus tard à la chute de l’œil, il devait mettre sa fusée en mouvement.

Les yeux immédiats dont Souslov disposait de surcroît dans sa partie faciale, s’assurant à l’occasion de leur présence, constituaient par contre les organes prolongés des instruments de son laboratoire, pour ainsi dire gouvernails asservis, « simple population, masses laborieuses » de par leur statut – ou plutôt, idée directrice, idée-programme ; d’un autre côté, forces supplétives qu’avec le soutien des trois sur-yeux impératifs il avait à tenir en échec, empêcher de produire des mirages ou encore des aperçus réalistes.

L’intérieur de ce poste de combat, que les services du Bâtiment avaient agencé en gris clair, devait être ultérieurement badigeonné d’un vert raffiné ou d’un jaune paisible. Les sols étaient faits de latex, les toilettes étaient suspendues sur appui élastique, sans adhérence au sol. Ces amortisseurs correspondaient à l’hypothèse selon laquelle, en cas de crise majeure, ce serait moins la frappe du missile adverse que l’activité préalable de la seconde rampe de lancement, celle d’à-côté, qui secouerait tout ce cantonnement, de sorte que l’ultime possibilité de déclencher un tir de précision depuis la plate-forme disloquée était loin d’être établie. Par contre, si le premier tir provenait de Souslov, le problème se transmettrait au site voisin. Si les deux sites confiaient simultanément leur projectile à l’espace cosmique, ils ébranleraient mutuellement leurs dispositifs de visée. Dans cette mesure, Souslov servait un canon qui ne tirait qu’une fois ; il était douteux que ce dispositif eût quelque impact pratique.

Sous ces trois yeux, scrutant les instruments nuitamment éclairés, Souslov l’expérimenté (or l’expérience n’est rien de pratique, elle ne s’extériorise pas en termes de technique de crise, mais en pure hypothèse, amassant des trésors de vigilance) exprimait ainsi ses impressions : si la mesure est correcte, à savoir conforme à la conscience de classe, la classe étant définie par moi qui forme classe commune avec la seule terre, il s’avérera que l’équateur, pas plus que le pôle, ne s’incurve pour les fusées intercontinentales. Bien plutôt, ma fusée rencontrera l’autre, de sorte que je l’aurai pratiquement tirée sur moi-même. Je la verrais bien effectuant un vol en demi-cercle pour s’en revenir chez moi. Il en va de même pour ceux d’en face. Mais probablement, les fusées ne touchaient pas leurs cibles à coup sûr [2].

De ce point de vue, Souslov se sentait sûr que la veille trioculaire à laquelle il s’efforçait après comme avant parce que cela le mettait en confiance, ne pouvait amoindrir la confusion en cas de crise majeure. Mais les trois yeux ne pouvaient voir ce que Souslov se prenait à penser. Ce qu’il pensait, le formateur à tout le moins en eût été contrarié, le monoculaire là-haut empli d’un faux espoir, à savoir que Souslov vaque à son agir technique, se fiant à l’aperception vigile. Si c’est sérieux, il ne donnera suite qu’à ce qui inspire confiance (« le réveil constellé au-dessus de moi et le réveil cliquetant à côté de moi »), tandis que les aperceptions vont correspondre aux prières de la grand-mère. Elles ne sont pas exaucées, elles ne constituent aucune perspective.

Crédit

SOUS UN TRIPLE ŒIL. Selon les traités ABM entre l’URSS et les USA, chacune des deux puissances nucléaires n’a le droit de protéger par des missiles défensifs que soit sa capitale soit ses silos nucléaires. Le système obère la capacité de première frappe. Comme l’URSS protégeait sa capitale, le bunker à fusée d’A.I. Suslow est sans protection. Un satellite US tient l’installation sous observation ; dans cette mesure, le satellite avec son orbite géostationnaire est le 3e ŒIL co-déterminant le comportement de Souslov. En cas de crise aiguë, ce satellite plongerait pour adopter une orbite plus proche de la terre et fournirait les ultimes données pour les tirs destinés au bunker de Souslov.

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Ill. : Le ciel étoilé au-dessus de moi. « C’est pourquoi quelques sphères du système planétaire se développent peut-être encore, pour nous préparer, une fois parachevé le temps imparti à notre séjour en ce lieu, de nouveaux habitats en d’autres cieux. » Immanuel Kant, Histoire naturelle et théorie générale de l’univers.

Notes

[1Der Ausdruck für Zielgenauigkeit war vom Feind übernommen : CEP (circular error probable) = 150 bis 15 Meter ; auch « hinreichend » genannt. Da jedoch im Ernstfall die ganze Maschinerie ausfallen mußte, sah Suslows Inneres Auge schon die Zu- und Ableitungsröhren aus biegsamem Gummi und Nylon ineinander gewurstelt, den noch auszutünchenden gelben Stahltunnel, der zu den Ausgängen des Kaninchenloches führt, verbogen. Suslow rechnet mit viel Zufall.

[2L’expression désignant la précision de tir était empruntée à l’ennemi : CEP (circular error probable) = 150 à 15 mètres ; dite « encore suffisante ». Mais comme, si les choses devenaient sérieuses, toute la machinerie devait tomber en panne, l’Œil intérieur de Souslov apercevait déjà l’enchevêtrement des tuyaux d’adduction et d’évacuation en latex et nylon flexibles, la torsion du tunnel jaune encore en manque de badigeon, menant aux issues du terrier à lapin. Souslov compte avec maint aléa.

Chronik der Gefühle, vol. I, p. 904-906 et p. 991.

“ Unter drei Augen : das Sittengesetz in der Praxis ”,
traduit de l’allemand par Kza Han et Herbert Holl (version revue et corrigée de la traduction parue dans Heiner Müller et Alexander Kluge arpenteurs de ruines. Le grouillement bariolé des temps, sous la direction de Herbert Holl et Günter Krause, Paris : L’Harmattan, 2004, p. 218-225). Nous remercions vivement Alexander Kluge pour son aimable autorisation.

« Le trièdre et son ombre », image d’installation issue de l’exposition Ekkehart Rautenstrauch, Début d’inventaire (galerie Loire de l’école nationale supérieure d’architecture à Nantes, décembre 2012).

© Pour le texte et l’image : Alexander Kluge, « Unter drei Augen », « Der gestirnte Himmel… » 
© Pour « Le trièdre et son ombre » : image de Vincent Quénel
© Pour la traduction : Kza Han et Herbert Holl

Ce texte a été évoqué dans l’article publié dans le n°10 le 24 mars 2012, Le tiers inclus, Ludwig Feuerbach, de Jonathan Messe et Alexander Kluge.